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Politik - 06.11.2018

Passagierflieger in Norwegen verlieren die Orientierung

Riskiert Putins Armee die Leben von zivilen Passagieren, um die Nato bei ihrem Großmanöver „Trident Juncture“ in Norwegen zu behindern?

Im Norden Norwegens haben in den letzten sieben Tagen mehrere Passagierflugzeuge die Orientierung verloren, nachdem sie Opfer elektronischer Attacken, sogenannten „Jammings“, geworden sind. Das berichtet das norwegische Nachrichtenportal „The Barents Observer“ unter Berufung auf zahlreiche Quellen in der zivilen Luftfahrt und beim norwegischen Militär.

„Vor ein paar Tagen haben wir Berichte über den Verlust der Satellitennavigation für Flugzeuge in Finnmark (der nördlichsten Region Norwegens, d.Red.) erhalten“, sagte Per Eirik Heimdal, technischer Direktor der Norwegischen Kommunikationsbehörde dem Nachrichtenportal. Die staatliche Behörde befände sich im Dialog mit der Luftfahrtbehörde, nachdem sie die Störsignale im norwegischen Grenzgebiet zu Russland gemessen habe.

Mindestens drei Flughäfen in der Nähe der russischen Grenze sowie der Luftraum bis etwa 3000 Meter Höhe seien von den Funk-Attacken betroffen, teilten die Behörden mit. Internationale Luftfahrtbehörden hätten daher Warnungen für alle zivilen Fluggesellschaften aufgrund von „instabilen GPS-Signalen östlich von 025E“ im norwegischen Ozean außerhalb von Tromsø für den Zeitraum vom 30. Oktober bis zum 7. November erlassen.

Doch wo liegt der Grund für die plötzlich auftretenden Probleme bei den Verkehrsmaschinen?

Die Nato hält derzeit ihr größtes Manöver seit dem Fall des Eisernen Vorhangs ab, das sich bis in die endlegende Region im Norden Norwegens erstreckt. Russland ist damit extrem unzufrieden, hat in den letzten Tagen Raketentests im Übungsgebiet angekündigt und strategische Bomber durch den von der Nato für die Übung genutzten Luftraum fliegen lassen.

  • Brandgefährliches Stör-Manöver

    Putin plant Raketentests im Nato-Übungsgebiet

    Russland hat eine Raketenübung angekündigt, die Moskau parallel und im Gebiet des Nato-Manövers vor Norwegens Küste durchführen will.

Norwegens Behörden vermuten daher einen elektronischen Angriff aus dieser Richtung, der zwar gegen militärische Ziele in der Region gerichtet ist, jedoch genauso zivile Luftfahrzeuge betrifft. Wenche Olsen, Direktor der norwegischen Zivilluftfahrtbehörde, erklärte gegenüber dem „Barents Observer“: „Es ist schwer zu sagen, was die Gründe dafür sein könnten, aber es gibt Gründe zu der Annahme, dass dies mit militärischen Aktivitäten außerhalb Norwegens zusammenhängt.“

Es wäre nicht das erste Mal, dass Russland Maschinen des zivilen Luftverkehrs in Nordnorwegen mit seinen Funk-Signalen gefährdet.

▶︎ Bereits während seines Großmanövers „Zapad-2017“ im September letzten Jahres, kam es zu GPS-Problemen bei Flugzeugen von Widerøe und SAS in der Region.

► Auch im März 2018 kam es während russischer Manöver aufgrund von „Jamming“ zu Einschränkungen bei in Norwegen operierenden Zivilmaschinen.

Das norwegische Außenministerium forderte die russische Regierung darum im April dieses Jahres auf, solche Aktionen zu unterlassen, da sie Menschenleben gefährden. „Wir können bestätigen, dass im März dieses Jahres mehrfach über den Verlust von GPS-Signalen in Ostfinnmark berichtet wurde. Dies war auf russische Militärübungen zurückzuführen“, erklärte ein Beamter dem Sicherheitsmagazin „Aldrimer.no“.

Norwegen habe „die Angelegenheit mit den russischen Behörden besprochen. Wir haben darum gebeten, dass die russische Seite Maßnahmen ergreift, durch die die Übungsaktivitäten auf norwegischem Territorium nicht zu Beeinträchtigungen führen“.

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