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Politik - 06.11.2018

Asyl in Deutschland für Asia Bibi?

Nachdem die Todesstrafe gegen sie aufgehoben wurde, wird die Christin bedroht

Seitdem die Todesstrafe gegen sie aufgehoben wurde, muss sie täglich um ihr Leben bangen! In Pakistan eskaliert die Gewalt wegen des Freispruchs für die Christin Asia Bibi (53), die neun Jahre wegen vermeintlicher Gotteslästerung im Gefängnis saß.

  • Neun Jahre im Pakistan-Knast

    Todesurteil gegen Katholikin aufgehoben

    Sie saß neun Jahre unschuldig im pakistanischen Gefängnis, weil sie den Propheten beleidigt haben soll! Jetzt kommt sie frei.

  • Trotz aufgehobenem urteil

    Ausreisesperre! Christin bittet nach Freispruch um Asyl

    Wenige Tage nach der Aufhebung des Todesurteils gegen Christin Asia Bibi in Pakistan ist ihre Zukunft weiter unsicher.

Asia Bibis Ehemann Ashiq Masih bat in einer Videobotschaft Großbritannien, die USA und Kanada um Asyl. Doch Rettung gibt es für die Familie (fünf Kinder) noch keine!

Könnte sie nicht auch in Deutschland Schutz finden?

„Die Bundesregierung muss jetzt ihren Druck auf Pakistan erhöhen, Asia Bibi umgehend ausreisen zu lassen, alles andere würde einem Todesurteil durch einen radikal-islamistischen Mob gleichkommen”, fordert Michael Brand (44, CDU), menschenrechtspolitischer Sprecher der Union. Brand weiter: „Als verfolgte Christin muss diese mutige Frau zum Schutz auch einen Platz in Deutschland finden können.” Aus dem hoffnungsvollen Richterurteil für mehr Religionsfreiheit sei eine dramatische Hiobsbotschaft geworden, so der CDU-Politiker.

Margarete Bause (59), menschenrechtspolitische Sprecherin der Grünen: „Die Bundesregierung darf hier nicht tatenlos zuschauen. Sie sollte der Familie aus humanitären Gründen eine Aufenthaltserlaubnis in Deutschland anbieten oder sich gegenüber der pakistanischen Regierung dafür stark machen, der bedrohten Familie die Ausreise in ein Land ihrer Wahl zu ermöglichen.”

Bibi Asias Anwalt, Saif-ul-Malook, gelang bereits die Flucht nach Europa. Er wurde am Samstag von der niederländischen Stiftung „Hilfe für verfolgte Christen” (HVC) aufgenommen.

Bibi war 2009 wegen Gotteslästerung angeklagt und 2010 zum Tode verurteilt worden. Blasphemie gilt in dem islamisch geprägten Pakistan als Kapitalverbrechen. In der Praxis werden darunter fast ausnahmslos verächtliche Äußerungen und Taten gegen den Islam, den Koran und den Propheten Mohammed verstanden.

In einem aufsehenerregenden Urteil sprach das Oberste Gericht Pakistans die Angeklagte am Mittwoch überraschend frei. Die Folgen: erbitterte Proteste und Drohungen gegen ihre Familie. Die Regierung einigte sich daraufhin mit der islamistischen Tehreek-e-Labaik Pakistan (TLP) und anderen Gruppen auf einen Kompromiss, wonach eine Berufung gegen das Urteil möglich sein soll und Bibi das Land nicht verlassen darf. Den Demonstranten wurde Straffreiheit versprochen.

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