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Wissen und Technik - 22.11.2018

Kabellos, supergünstig, gut: Funcl-Ohrhörer sind echte Preishammer

Links die Funcl AI, rechts die Funcl W1.

Von Klaus Wedekind


Die kabellosen Bluetooth-5.0-Ohrhörer Funcl W1 kosten weniger als 20 Euro, überraschen aber mit gutem Klang, stabiler Verbindung und akzeptabler Laufleistung. Die Funcl W1 für knapp 50 Euro bieten zusätzlich aptX und halten länger durch. Wo ist der Haken?

Kabellose Ohrhörer liegen voll im Trend und nicht nur die Airpods sind heiß begehrt. Inzwischen gibt es auch jede Menge billige True-Wireless-In-Ears aus Fernost, die aussehen wie Apples Trendsetter oder andere hochwertige strippenlose Stöpsel. Die meisten sind ihr Geld nicht wert, aber es gibt auch ein paar günstige Neulinge, die man sich mit Vergnügen ins Ohr stecken kann. Zu ihnen gehören die Funcl W1 und Funcl AI, die man jetzt über Indiegogo kaufen kann.

Robust und kompakt

Die Funcl W1 sind kleine nierenförmige Stöpsel, die nach dem Einsetzen nach unten gedreht werden und dann sicher und bequem sitzen. Die Verarbeitung der Ohrhörer ist gut, auch wenn sie nicht ganz so hochwertig wirken wie Geräte, die das Fünffache kosten. Die Ohrhörer sind sogar nach IPX5 gegen Feuchtigkeit geschützt, was bedeutet, dass sie auch einen Regenguss unbeschadet überstehen können. Die W1 kommen in einem kleinen, sehr transportablen Case, in dem sie zum Laden magnetisch andocken. Auch die Box macht einen soliden Eindruck und man hat nicht das Gefühl, dass sie schnell den Geist aufgibt.

Die Ladeboxen sind klein und passen auch in die Hosentasche.

Gesteuert werden die Ohrhörer per Touch mit den üblichen Gesten. Tippt man einmal auf den rechten Stöpsel startet oder pausiert man die Wiedergabe, zwei Tipper überspringen einen Song, mit drei Tippern geht man in der Wiedergabe zurück. Ähnlich einfach ist die Bedienung bei Telefonaten. Tippt man zweimal auf den linken Ohrhörer, startet der Google Assistant oder bei iPhones Siri. Die Ohrhörer lassen sich problemlos koppeln. Sie verbinden sich automatisch mit dem Smartphone, wenn man sie aus der Box nimmt und schalten sich aus, wenn man sie zurücklegt. Sie unterbrechen die Wiedergabe aber nicht selbstständig, wenn man sie aus dem Ohr nimmt.

Guter Klang, stabile Verbindung

Der Klang der Ohrhörer ist für ihren Mini-Preis erstaunlich gut, auch wenn sie nicht das größte Volumen erzeugen. Mitten und Höhen sind ausgewogen und klar und man hört einen durchaus kräftigen Bass. Testhörer, die den Preis nicht kannten, beurteilten die Stöpsel wie gute Mittelklasse-Geräte. Bei Telefongesprächen klingen die Stöpsel etwas blechern, aber okay.

Die Bluetooth-5.0-Verbindung zeigte sich im Test als absolut stabil. Auch wenn man den Kopf zur Seite dreht oder das Smartphone weiter weg ist, gibt es keine Aussetzer. Auf 10 Meter Entfernung blieb die Übertragung auch durch eine Wand hindurch ohne Unterbrechungen. Bei der Übertragung wird laut Datenblatt AAC unterstützt, aber nicht aptX.

USB-C hat sich der Hersteller gespart, die Cases werden über Mikro-USB-geladen.

Die Funcl W1 halten ungefähr vier Stunden ohne Aufenthalt in der Box durch. Werden sie zwischendurch im Case geladen, beträgt die Laufzeit insgesamt bis zu 18 Stunden – das ist absolut okay. Dabei ist die geringe Größe der Box vorteilhaft, weil sie auch bequem in der Hosentasche Platz findet.

AI ausdauernder und talentierter

Die Funcl AI sehen mit ihrem Plastik-Stummel Airbuds ähnlich. Sie werden aber nicht wie Apples Ohrhörer eingehängt, sondern stecken mit Silikon-Stöpseln im Ohr. Weil sie nicht wie die W1 in die Muschel eingedreht werden, sitzen sie noch etwas bequemer im Ohr und drücken auch nach längerer Zeit nicht. Sie sind ebenso nach IPX5 gegen Spritzwasser geschützt und werden per Touch-Steuerung bedient.

Die Box der Funcl AI ist etwas größer und kantiger, passt aber immer noch locker in die Hosentasche. Gewöhnungsbedürftig ist, dass die Stöpsel bauartbedingt seitenverkehrt eingelegt werden, um Platz zu sparen. Der linke Ohrhörer wird rechts platziert und umgekehrt. Die Laufzeit der AI gibt Funcl mit 6,5 Stunden an, was der Test nahezu bestätigt hat. Mit Päuschen im Ladecase halten die Ohrhörer rund 24 Stunden durch.

Der Klang der Funcl AI ist etwas klarer als bei den W1 und füllt mehr Raum aus. Im direkten Vergleich müssen sie sich auch nicht vor den Airpods verstecken. Die teureren Funcl-Ohrhörer unterstützen bei der Bluetooth-Übertragung auch aptX. Außerdem haben sie mit 60 Millisekunden eine sehr geringe Latenz und bei Telefongesprächen filtert CVC 8.8 störende Nebengeräusche ein bisschen heraus.

Die AI heißen so, weil Funcl über seine App auch einen eigenen digitalen Assistenten zur Verfügung stellen will. Die App wird aber wohl erst zur offiziellen Auslieferung im Dezember fertig – man kommt aber auch gut ohne klar. Später soll auch die Unterstützung von Alexa nachgereicht werden.

Schnäppchen mit Restrisiko

Unterm Strich haben sowohl die Funcl W1 als auch die Funcl AI derzeit ein fast unschlagbar gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Besser klingt wohl kein anderer kabelloser Ohrhörer unter 50 Euro und auch sonst sind die chinesischen Stöpsel technisch ganz sicher keine Billigheimer.

Allerdings kann man sie derzeit nur über Indiegogo bestellen. Das heißt, man hat keine Sicherheiten und wenn die Kopfhörer nicht ankommen, ist das Geld futsch. Vermutlich werden die Funcl-Ohrhörer später auch bei Amazon & Co. angeboten. Dann werden sie aber wohl deutlich teurer sein, auch wenn die auf Indiegogo durchgestrichenen Preise von 99 beziehungsweise 159 Dollar sicher übertrieben sind.

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