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Politik - 25.10.2018

Welches Geheimnis birgt der schwarze Saudi-Mercedes?

Türkische Sicherheitsbehörden ermitteln weiter im Khashoggi-Mordfall!

In der Affäre um den ermordeten Journalisten Jamal Khashoggi, der am 2. Oktober im saudischen Konsulat in Istanbul gewaltsam getötet wurde, steigt der Druck auf die Saudis.

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Türkische Sicherheitskräfte nehmen derzeit einen schwarzen Mercedes ins Visier, der angeblich zum saudischen Konsulat gehören soll.

Die türkische Polizei hatte den Wagen mit dem grünen Konsulats-Kennzeichen bereits am Montag in einer Tiefgarage in Istanbul gefunden und bei der Staatsanwaltschaft sowie dem saudischen Konsulat die Genehmigung erbeten, das Fahrzeug durchsuchen zu dürfen. Die Tiefgarage befindet sich rund 15 Kilometer vom saudischen Konsulat entfernt, am nördlichen Stadtrand von Istanbul.

Einem Bericht der türkischen Zeitung „Hürriyet“ soll das Fahrzeug am 7. Oktober, also fünf Tage nach dem Mord, in der Tiefgarage abgestellt worden sein. Dies erfuhr die Zeitung von einem Mitarbeiter des Parkhauses. Weiter heißt es, dass der Wagen am Tag der Mordtat vor dem saudischen Konsulat gesehen wurde. Wenige Tage später soll ein Mitarbeiter des Konsulats den Mercedes in das Parkhaus gefahren und dort abgestellt haben.

Am 18. Oktober, also über zwei Wochen nach dem Khashoggi-Mord, soll dieser Mitarbeiter erneut in das Parkhaus gekommen sein – diesmal jedoch in einem BMW. Angeblich soll er drei Koffer aus dem BMW geholt und im geparkten Mercedes verstaut haben, bevor er die Tiefgarage wieder verließ.

Am Dienstag hatten der saudische König Salman sowie Kronprinz Mohammed bin Salman den Sohn sowie den Bruder des ermordeten Journalisten Khashoggi im Palast empfangen, um ihnen persönlich ihr Beileid auszudrücken. Das saudische Außenministerium verbreitete Fotos, die Sohn Salah Khashoggi mit einem eiskalten Gesichtsausdruck zeigen.

Ein Freund der Familie Khashoggi sagte der Nachrichtenagentur „AP“, dass Sohn Salah mit einem Reiseverbot belegt worden sei, als sein Vater seine Tätigkeit für die US-Zeitung „Washington Post“ aufgenommen hatte. Dort publizierte er kritische Artikel über Saudi-Arabien.

Am Dienstag hatte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan angekündigt, den Mordfall an Jamal Khashoggi vollständig aufklären zu wollen. Da der Mord in Istanbul passiert sei, sollten die Täter auch in der Türkei vor Gericht kommen, forderte der Präsident. Kurz darauf hatten 40 Polizisten eine Villa durchsucht, die angeblich einem Mitglied des Killer-Kommandos gehören soll, das Khashoggi ermordet haben soll.

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Die Türkei und Saudi-Arabien gelten als Rivalen auf der internationalen Bühne. Ohne ihn namentlich zu nennen, lenkte Erdogan den Fokus seiner Anschuldigungen auf den saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman. „Von der Person, die den Befehl gab, bis zu jenen, die ihn ausführten, alle müssen zur Verantwortung gezogen werden“, forderte Erdogan.

Kronprinz: „Abscheulicher Vorfall“

Der saudiarabische Kronprinz Mohammed bin Salman verurteilte die Tötung Khashoggis ungeachtet des Verdachts gegen ihn selbst als „abscheulichen Vorfall“. Bei einem Wirtschaftsforum in Riad sagte der Kronprinz am Mittwoch zu, den Fall aufzuklären.

Die Hintermänner würden „zur Rechenschaft gezogen“, sagte er. „Die Gerechtigkeit wird siegen.“ Es waren die ersten öffentlichen Äußerungen des Thronfolgers seit Khashoggis Tod.

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