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Politik - 24.05.2019

„Das sind semi-professionelle Halb-Prostituierte“

Zwielichtiger Kronzeuge behauptet im Live-TV: Drahtzieher des Video-Skandals hatten Verbindungen zum Rotlicht-Milieu – Das who-is-who der dubiosen Hintermänner

Der Video-Skandal in Österreich entwickelt sich immer mehr zum Schmierentheater:

Am Mittwochabend gab der zwielichtige Kronzeuge und Ex-Sicherheitsberater Sascha Wandl brisante Details zur Entstehung des Skandal-Videos bekannt. Doch nach diesen Enthüllungen beim österreichischen Sender „Oe24“ bleiben viele Fragen weiterhin offen:

Wer hat das Video bezahlt? Wer sind die Hintermänner? Gab es einen Auftraggeber aus der Politik?

Zumindest auf die letzte Frage könnte ein Bericht der Wochenzeitung „Die Zeit“ eine Antwort geben. Demnach habe ein größeres „Geflecht an Personen mit unterschiedlichen Zielen“, darunter sowohl „enttäuschte Anhänger der FPÖ“ aber auch politische Gegner, die der Partei schaden wollen. Strache die Video-Falle gestellt. Schon 2018 hätten Mittelsmänner versucht, das Video für eine siebenstellige Summe an Medien zu verkaufen. Ohne Erfolg. Deshalb wäre der Clip unter anderem Jan Böhmermann angeboten worden, so die „Zeit“.

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Doch der wollte auch nicht zahlen, schreckte aber dafür die Urheber des Videos mit seinen Andeutungen bei der Romy-Verleihung im April 2019 gehörig auf. Die Hintermänner sollen deshalb aus Angst, enttarnt zu werden, das Video ohne Gegenleistung an den „Spiegel“ und die „Süddeutsche“ übergeben haben.

Weitere Fragen bleiben offen. Doch die heiße Spur führt ins Rotlicht-Milieu!

Was passierte am Mittwoch?

Am Mittwochabend veröffentlichte der Sender „Oe24“ in einem Live-Talk angebliche, exklusive Details über die Macher des Ibiza-Videos. Als Kronzeuge war Sascha Wandl geladen.

Der kaugummikauende „Ex-Sicherheitsberater der Unterwelt“ belastete den Privatdetektiv Julian H. (38) schwer – dieser habe am Video mitgewirkt und es mitproduziert. Im Gespräch nennte er ihn den „Hauptakteur“. Nach BILD-Informationen ist er Inhaber einer Detektei in der Münchner Sonnenstraße. Laut Wandl besteht die Münchener Adresse nur auf dem Papier. H. soll stattdessen einen Wohnsitz in Wien haben.

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Warum er das wisse: Er selber hätte H. ausgebildet, ihn in die Tricks der Spionage-Arbeit eingeweiht. „Das Ibiza-Video trägt meine Handschrift“, erklärte Wandl, gegen den ein Prozess wegen des Vorwurfs der Spionage läuft.

Der Ex-Chef über Julian H.: Sein Vater sei ein internationaler Waffenhändler gewesen. Er selber sei wegen Drogenhandels vorbestraft – 2014 hatte er bei einer Detektei angeheuert. Seine Aufgabe: internationale Spionage für einen österreichischen Konzern – inkl. monatelangem Ausspähen und geheimdienstlichen Methoden.

Die Kosten für die Produktion bezifferte Wandl auf „300 000 bis 600 000 Euro“ – zur Produktion zählen die lettische/russische Oligarchin (300 – 1000 Euro/Stunde), die Ibiza-Villa und Kameras mit Bewegungsmeldern und automatischem Umschalt-Mechanismus (etwa 16).

Die Drahtzieher

Ex-Detektiv Wandl will nicht nur Julian H. auf dem Video erkannt haben. Auch der Kontaktmann, Anwalt Ramin Mirfakhrai, sei ihm ein Begriff: Er selbst habe die beiden zusammengebracht – jetzt seien sie beste Freunde.

Und so soll das Video eingefädelt worden sein: Gudenus und Gattin wollten 2017 ein Waldgebiet mit Jagdvilla verkaufen. Gudenus zum Wiener „Kurier“: Eine befreundete Maklerin habe „angerufen und gesagt, da interessiert sich jemand für euer Jagdgrundstück“.

Dieser Jemand soll Mirfakhrai gewesen sein – ein schillernder und bekannter Anwalt aus Wien, laut Wandls Vermutung der Auftraggeber. Er soll auch den Kontakt zur vermeintlichen Oligarchen-Nichte hergestellt haben. Die „Nichte“ sei am 24. März 2017 in Wien zum ersten Treffen im Restaurant „Le Ciel“ in einer Maybach-Limousine vorgefahren.

Das Skandal-Video

Ibiza-Affäre um FPÖ-Chef Strache

Quelle: SPIEGEL/Süddeutsche Zeitung
6:11 Min.

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